FDP Neujahrsapéro mit RR Rolf Degen und KR Monica Sittaro

Man muss Kinder mögen!

 FDP Waldstatt Neujahrsapéro: Nach 12 Jahren als Regierungsrat und Bildungsdirektor wird Rolf Degen Ende Mai seine Aufgaben in neue Hände legen. Als Gast am Neujahrsapéro erzählt er über das Umfeld der Ausserrhoder Bildungslandschaft. Mit Monica Sittaro stellte sich die FDP-Regierungsratskandidatin den Anwesenden vor.
 
Von Haus aus Betriebsökonom kam Rolf Degen vor zwölf Jahren als neuer Bildungsdirektor in ein neues, ungewohntes Umfeld. Gereizt hatte ihn vor allem die Arbeit mit Kindern, Lehrpersonen und den Aufbau eines zeitgemässen Departements. Das kurz vor seiner Wahl eingeführte Schulgesetz war modern und versprach viel Gestaltungsspielraum.

Schule verändert sich in schnellem Tempo
Degen besuchte regelmässig Schulklassen und brachte einige Anekdoten von diesen Schulbesuchen mit. Zum Thema Schule gibt es nur Experten – jeder war schliesslich selber mal Schüler. In der Praxis sind Kinder und Eltern einem sehr schnellen gesellschaftlichen Wandel unterworfen. Bereits wird diskutiert, ob das Smartphone als fixer Bestandteil in der Schule erlaubt werden soll. Statt Wissen, sind heute Kompetenzen gefragt. Diese sollen die Anschlussfähigkeit an die Lehre oder an weiterführende Schulen sicherstellen. Degen sieht die Schule in Ausserrhoden in einem qualitativ guten Zustand. Neben guten Lehrpersonen tragen auch die positiven Eltern zu einer guten Schulkultur und messbar guten Schulleistungen bei. Betreffend Kritik am Fremdsprachenunterricht in der Primarschule ruft Degen zur Gelassenheit auf. Eben erst sind die ersten Schüler mit frühem Fremdsprachenunterricht aus der Schule gekommen. Im Moment sei es noch zu früh, den Nutzen zu erheben.

Strukturwandel
Nachdenklich wird Degen beim Thema Strukturwandel. In Ausserrhoden fehle oft der Mut für Neues und zum Loslassen von Althergebrachtem. Stichworte dafür sind neben den Gemeindestrukturen, die Raumplanung oder das Poststellen- und Lädelisterben. Seit 2000 gehen in Ausserrhoden 30% weniger Schüler zur Schule. Degens‘ Vorschlag, die Schulstandorte auf Stufe Sek 1 von 13 auf 5 zu reduzieren wurde von den Gemeinden heftig kritisiert und zurückgewiesen. Er räumt ein, dass auch mit kleinen Einheiten erfolgreiche Sekundarschulen geführt werden können. Gleichzeitig ermuntert er aber, die Zukunft der Sek 1 nach 2020 nochmals ernsthaft zu überprüfen und die Planungen rechtzeitig in Angriff zu nehmen.

Lehrplan 21 - Zukunft
Bis Ende Mai wird sich Rolf Degen noch um die Einführung des Lehrplans 21 kümmern. Ausserrhoden plant eine gemässigte Umsetzung. Der Lehrplan 21 soll als Leitfaden gelten. Der Praxisbezug bleibt elementar. Um die gute Schulqualität beizubehalten, fordert er einen modernen Berufsauftrag für die Lehrpersonen. Dabei sind Bereitschaft für Neues, Weitsicht, Entschlossenheit und eine Vertrauenskultur wichtige Faktoren.

Sittaro stellt sich vor
Die FDP-Regierungsratskandidatin Monica Sittaro nutzte die Gelegenheit, sich kurz den Anwesenden vorzustellen. Die 43-jährige Kantonsrätin knüpfte dabei an ihren Vorredner an und erzählte auch über Ihre Tätigkeiten als Lehrerin und Prorektorin der gewerblichen Berufsschule St.Gallen. (lj)