FDP Neujahrsapéro mit KR Vreni Wild

Erfolgreiche Gemeindefusion im Neckertal

Am Neujahrsapéro der FDP Waldstatt stellte Frau Vreni Wild, Gemeindepräsidentin Neckertal, die Vorbereitungen und die Umsetzung der Gemeindefusion von St. Peterzell, Brunnadern und Mogelsberg zur Gemeinde Neckertal vor. Für eine erfolgreiche Realisierung sind verschiedene Grundsätze zu beachten wie seriöse Planung, persönlicher Einsatz, stete Kommunikation, Eigenheiten der einzelnen Dörfer erhalten.

  Zum öffentlichen Neujahrsapéro der FDP Waldstatt konnte die Präsidentin Ursula Weibel im Restaurant Löwen über 30 Personen begrüssen. Speziell willkommen hiess sie Frau Vreni Wild, Gemeindepräsidentin Neckertal und zahlreiche Gemeinderatsmitglieder von Waldstatt und Schönengrund. Einleitend äusserte die FDP-Präsidentin einige grundsätzliche Gedanken zur Offenheit gegenüber Neuem und der zunehmenden Fundamentalopposition ohne jegliche Diskussionsbereitschaft. Anschliessend referierte Frau Wild über die vollzogene Fusion im Neckertal.




Am Anfang stand die Zusammenarbeit

Bereits seit 15 Jahren wurde die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit in verschiedenen Verwaltungsbereichen praktiziert. Im Jahre 2000 anlässlich einer regionalen Grossveranstaltung reifte die Idee einer Fusion verschiedener Gemeinden im Neckertal. Begünstigt wurde die Vision durch die positive Einstellung der drei Gemeindeammänner der Gemeinden St. Peterzell, Brunnadern und Mogelsberg. Man erhoffte sich durch eine Vereinigung die Stärkung der gemeinsamen Identität, eine Professionalisierung der Verwaltung und Behörde sowie ökonomische Verbesserungen. Im Jahre 2004 begann die eigentliche Planung der Fusion, weil der Wille für eine Fusion in den drei Gemeinden vorhanden war.


Umsetzung gut vorbereiten

Für die Planung der Umsetzung wurden wichtige Kriterien definiert, die unbedingt einzuhalten waren wie z. B. bestehende gesellschaftliche Orientierung in den Dörfern beizubehalten und nicht in die politische Gemeinde zu verlagern. Spezifische Eigenheiten der Dörfer sollen bestehen bleiben (Viehschau, Markt, Vereinsanlässe usw.) oder auch die Beibehaltung der Ortsbürgergemeinden. Sämtliche Vorbereitungsarbeiten erfolgten ohne externe Begleitung. Der Lead der Planung lag stets bei den Präsidien der drei Gemeinden, was sich sehr positiv auswirkte. Der Start der Gemeinde Neckertal erfolgte im Jahre 2009 ohne nennenswerte Probleme.

Positive Erfahrungen

Die wesentlichen Konsequenzen waren: 7 Gemeinderäte (vorher 19), 120 Mitglieder in Kommissionen (vorher 200), Angestellte Verwaltung 1150 Stellenprozente (vorher 1570%), Reduktion Steuerfuss von 162% auf 145%. Es entstanden aber noch weitere Chancen und Vorteile, die erst sukzessive ihre Wirkung entfalten wie flexiblere Gestaltungsmöglichkeiten in der Zonenplanung, Abwasser, Strassen, Finanzspielraum und grössere Mitsprache beim Kanton. Auch die Nutzungsmöglichkeiten der Gebäude konnten bedeutend flexibler und günstiger gestaltet werden. Es mussten neue Reglemente erarbeitet werden. Im Gegenzug konnten aber zahlreiche alte Regulative aufgehoben werden.
Die Umsetzungsphase gestaltete sich sehr intensiv und zeitaufwendig. Die zeitgerechte Kommunikation ist ein zentrales Element für ein positives Gelingen. Gewisse Einwohner beobachten die Neuerungen kritisch und hatten ihre Bedenken wegen allfälliger Benachteiligung ihres Dorfes. Deshalb ist eine Gleichbehandlung aller Dörfer sehr wichtig. Negative Entwicklungen werden gerne der Fusion angelastet, auch wenn die Ursache anderswo lag.

Nächste Schritte 

Die Gemeindeverwaltung wird ab 2014 in Mogelsberg zentralisiert. Für das freiwerdende Gemeindehaus in St. Peterzell ist eine private Nutzung geplant. Weitere Projekte sind der Zonenplan, die Sanierung ARA sowie der Naturpark.

Angeregte Diskussion

Die Besucher stellten zahlreiche Detailfragen wie Akzeptanz der Bevölkerung, An-reizfinanzierung Kanton, Zusammenlegung Schulen, Steuerfuss, Verwaltungskos-ten, zeitliche Belastung Gemeinderäte usw. Es zeigte sich, dass nicht alle Erkennt-nisse direkt mit Ausserrhoden vergleichbar sind, weil unterschiedliche politische Strukturen bestehen. Ausserrhoden hat bereits die Einheitsgemeinden, während im Neckertal noch separate Schulgemeinden bestehen. Ebenfalls umfassten die Ne-ckertaler Gemeinden schon vor der Vereinigung mehrere Dörfer pro Gemeinde, wie z.B. St. Peterzell und Wald. Die Referentin verstand es ausgezeichnet, den Anwe-senden die Thematik lebendig und anschaulich zu erläutern. Das „innere Feuer“ und der zielorientierte Pragmatismus und beeindruckte die Anwesenden sehr. (be)