FDP Neujahrsapéro mit Dölf Biasotto

Regierungsprogramm Bauen und Wohnen

FDP Waldstatt Neujahrsapéro. Das Programm ist angelaufen, aber es bleibt noch viel zu tun für den Projektleiter Dölf Biasotto. Die Bauentwicklung zu einem baufähigen Projekt sollte vermehrt unter Federführung der öffentlichen Hand erfolgen. Die Modernisierung der vielen Altbauten erfordert ein Umdenken der Hauseigentümer.

Mit einem Sketch als Putzfrau eröffnete die Präsidentin der FDP Waldstatt, Ursula Weibel, das neue Jahr und parodierte die Bundes- und Gemeindepolitik des vergangenen Jahres sehr humorvoll und gekonnt. Nebst den rund 25 Personen begrüsste sie zum Neujahrsapéro den Referenten, Dölf Biasotto in seiner Funktion als Projektleiter des Regierungsprogramms Bauen und Wohnen.

Teilzeitmandat an neutrale Person

Einleitend wies der Referent darauf hin, dass er die Projektleitung für das Regierungsprogramm Bauen und Wohnen im Mandatsverfahren wahrnimmt. Seine neutrale Stellung ausserhalb der kantonalen Verwaltung erleichtere ihm den Zugang zu den Akteuren der Gemeindepolitik und den Bauplanungsfachleuten. Die Hauptzielsetzung dieses Teilbereiches aus dem Regierungsprogramm liegt in der Entwicklung von Bauprojekten. Indem Gemeinden und Private personell und finanziell unterstützt werden. Seine primäre Aufgabe als Projektleiter besteht in der Initiierung, Begleitung und Unterstützung von Bauprojekten. Zur Förderung der Altbausanierung hat zusätzlich noch das Projekt „Haus-Analyse“ gestartet.

Guter Start, aber Fortschritte sind unterschiedlich

Zurzeit laufen ca. 15 Projekte, die mit Beträgen zwischen Fr. 5'000 bis Fr. 20'000 aus dem Regierungsprogramm unterstützt werden. Er stellt fest, dass vielen Personen das Know-how und die notwendige Zeit für eine konsequente und nachhaltige Bauentwicklung fehlt. Der Käufermarkt verlangt heute jedoch entwickelte Vorhaben mit Aussagen über eine mögliche Realisierung. Als Projektleiter könne er zwar beraten, begleiten und koordinieren. Hingegen sei es nicht möglich, etwaige Projektführung oder –steuerung zu übernehmen, was bei vereinzelten Bauentwicklungs-Vorhaben aber dringend nötig wäre. Seine Tätigkeit beziffert Biasotto zu 50 % mit Projektbegleitung, -koordination und –entwicklung. Die anderen 50 % beinhalten Verhandlungsführung und Konfliktmanagement. Er ist überrascht, dass der Aufwand insbesondere für das Konfliktmanagement relativ hoch ist. Vielfach seien es „alte Geschichten“ zwischen Privaten und Gemeinden oder auch zwischen Gemeinde und  Kanton, die das Verhandlungsklima negativ beeinflussen, sodass die Projektentwicklung blockiert bleibt.

Haus-Analyse ist operativ bereit

Das Vorhaben Haus-Analyse soll Liegenschaftseigentümer motivieren, dorfbildprägende Gebäude zu sanieren, um sie längerfristig sinnvoll nutzen zu können. Die Analyse gibt dem Eigentümer Auskunft über den baulichen Zustand seiner Liegenschaft und zeigt Möglichkeiten der Sanierung, der Erweiterung sowie der wirtschaftlichen Nutzung auf. Die Kosten von ca. Fr. 6’000/Objekt werden zu je einem Drittel von Kanton, Gemeinde und Liegenschaftseigentümer getragen Die Pilotphase ist abgeschlossen und erste Analyseaufträge laufen. So sind zurzeit auch in Waldstatt zwei Gebäude in Arbeit.

Lebhafte Diskussion

In der anschliessenden Diskussion stiessen die Ausführungen auf grundsätzliche Zustimmung. Die Anregungen und Fragen gingen in Richtung Konzentration der Kräfte auf einige wenige Projekte oder eine breite Unterstützung von zahlreichen Vorhaben. Die Zielsetzung im Regierungsprogramm wird als zu ambitiös beurteilt. Die Bereitschaft für Projektentwicklung ist vielerorts noch zu wenig akzeptiert, oftmals fehlen auch die finanziellen Mittel dafür. Die Gemeinden sollten bei der Projektentwicklung vermehrt die Federführung übernehmen, weil sie bei den kantonalen Stellen mehr Gewicht hätten als private Entwickler. Die Überbauung Leuwies in Waldstatt wird als positives Beispiel erwähnt. Verschiedene Votanten bemängeln die unflexible und teils dogmatische Haltung des Planungsamtes in Entwicklungsfragen, im Gegensatz zum Denkmalpfleger, der als sehr kooperativ und lösungsorientiert wahrgenommen wird. Die Diskussion zeigt, dass der Projektleiter Dölf Biasotto interessante Impulse vermitteln kann, aber in vielen Köpfen hat das Umdenken noch zu wenig stattgefunden. (be)

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