FDP Neujahrsapéro: „Grenzen setzen und durchsetzen“

 

 

Waldstatt. Der diesjährige öffentliche Neujahrsapéro war dem Thema Jugendgewalt gewidmet. Über 40 Personen liessen sich vom psychologischen Integrationsberater Stefan Monstein mittels einem hochinteressanten und praxisnahen Kurzvortrag über Probleme und Lösungsansätze orientieren. Die anschliessende Diskussion und Fragenbeantwortung wurde sehr rege benutzt. Als Fazit nahmen die Teilnehmenden die Hauptbotschaft mit, den Jugendlichen vermehrt wieder klare Grenzen zu setzen und diese ebenso konsequent durchzusetzen.

Die Präsidentin der FDP Waldstatt, Ursula Weibel, konnte am Neujahrsapéro nebst dem Referenten, Stefan Monstein, Leiter des psychologischen Dienstes im ostschweizerischen Rekrutierungszentrums der Armee, rund 45 Personen zum öffentlichen Anlass begrüssen. Nebst zahlreichen Behördevertretern war eine beachtliche Anzahl Lehrpersonen und der Schulleiter vertreten, was die Präsidentin mit Freude zur Kenntnis nahm. Mit dem Leitsatz „Wir müssen wieder vermehrt Verantwortung übernehmen“ ermunterte sie die Anwesenden dies verstärkt zu tun, sei es privat, im Beruf oder in unserer Gesellschaft.

„Ich habe für den heutigen Abend zugesagt, um Ihnen den Rücken zu stärken, auf sich selbst zu vertrauen und nicht für alles Experten zu bemühen“ eröffnete der Referent seine prägnanten Ausführungen. In einer kurzen Gesamtschau listete er aktuelle Gewaltakte von Jugendlichen auf und untersuchte die Frage ob die Delikte tendenziell zunehmen. Eine aktuelle Studie kommt zum Schluss, dass unter den Jugendlichen eine eindeutige Zunahme der Gewaltbereitschaft festzustellen sei. „Gewalt ist menschlich und hat es schon immer gegeben. Grenzüberschreitungen sind ein wichtiger Teil der jugendlichen Identitätsentwicklung, Jeder von uns hat schon mal einen Mist gebaut“ relativierte Monstein die Ergebnisse der Studie. Ganz wichtig bei solchen Grenzüberschreitungen sei das Setzen von Grenzen durch die Erwachsenen. Die Jugendlichen loten diese Grenzen aus. Weil ihnen das Unrechtbewusstsein fehlt, müssen die gesetzten Grenzen von den Erwachsenen konsequent durchgesetzt werden. „Heute stelle ich vielfach eine Wattebauschgesellschaft fest. Man will den Jugendlichen freie Entfaltung gewähren und ihnen möglichst keine Schranken setzen. Mit dieser Haltung erweisen wir den Jugendlichen keinen Dienst“, kritisiert Monstein unsere Gesellschaft.

Klare Äusserungen machte der Referent auch zum Thema Ausländergewalt. Dazu zitierte er aus einer juristischen Studie von 1895: deutlich erhöhte Kriminalität der Fremden, meist junge Männer mit geringer moralischer Einbindung, beruflich schlecht qualifiziert und wenig integriert. Diese Dissertation bezog sich St. Galler, Basler, Aargauer und Luzerner, die im Kanton Zürich wohnten! Monstein beurteilt die heutige Situation in bezug auf die Ausländergewalt im Prinzip ähnlich „Das kulturelle Verständnis gegenüber Gewalt und Gewalteinsatz ist regional und über die Zeit hinweg verschieden“. Fakt sei, dass 90 Prozent der jugendlichen Ausländer gewaltfrei in der Schweiz leben.

Einen weiteren wichtigen Aspekt der Jugendgewalt ortet Monstein in der heutigen Gesellschaft. „Wir Erwachsenen und somit auch die Jugendlichen erhalten eine Welt voller akzeptierter Gewalt“. So wird heute beispielsweise in praktisch allen Filmen Gewalt als völlig legitimes Mittel dargestellt und von der heutigen Gesellschaft akzeptiert. Auch die Wortwahl und Tonalität in der Wettbewerbsgesellschaft zeigt, dass sich die Grundhaltung von erlaubter und akzeptierter Gewalt verschoben hat.

Nach dieser interessanten Analyse kommt Monstein zu folgenden Schlüssen und konkreten Lösungsvorschlägen: Die Jugend ist besser als ihr Ruf. Wir brauchen keine weiteren Gesetze, die Bestehenden sind lediglich konsequent anzuwenden. Wir als Gesellschaft müssen wieder klare Grenzen setzen und diese ebenso konsequent durchsetzen. Wir müssen uns den anstehenden Problemen stellen und wieder vermehrt Zivilcourage zeigen und nicht alles Unangenehme der Polizei überlassen.

In der anschliessenden interessanten Diskussion konnte der Referent weitere hilfreiche Tipps und Anregungen vermitteln. Nach Abschluss des offiziellen Teils benutzte die Schulpräsidentin die Gelegenheit für eine vertiefte Diskussion mit dem Referenten im Kreise der Lehrerschaft, was eine wertvolle Bereicherung für den Schulalltag bringen dürfte.