FDP Neujahrsapéro mit H.j. Ritter

 

 

Waldstatt. Der diesjährige öffentliche Neujahrsapéro war dem Thema Ausländerintegration und Rechtsradikalismus gewidmet. Gegen 40 Personen liessen sich von Polizeikommandant Hansjörg Ritter in einem lockeren Gespräch über die Probleme und Lösungsansätze orientieren und führten eine aufschlussreiche Diskussion.

Die Präsidentin der FDP Waldstatt, Ursula Weibel, konnte am Neujahrsapéro nebst dem Referenten Hansjörg Ritter, Polizeikommandant von Appenzell A.Rh. rund 40 Personen zum öffentlichen Anlass begrüssen. Nebst zahlreichen Behördevertretern waren auch die Lehrpersonen gut vertreten. Mit dem Spruch „Wer heute nur immer das tut, was er gestern schon getan hat, der bleibt auch morgen, was er heute schon ist“, ermunterte sie die Anwesenden den Kopf für Neues frei zu machen.

In der anschliessenden interessanten Gesamtschau zeigte der Referent an konkreten Beispielen eindrücklich auf, dass die unterschiedlichen Kulturen gezwungenermassen zu Konflikten mit Einheimischen führen können. Für eine Integration ist die Kompromissbereitschaft von beiden Seiten zwingend erforderlich. Hier befindet sich die Polizei vielfach im Dilemma. Sie muss die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen durchsetzen, obwohl sich die Gesellschaft oft bereits weiter entwickelt hat und in solchen Fällen dann die Polizei als konservativ beurteilt. Im Weiteren riet er den Anwesenden die Probleme von Bedrohten – seien es Kinder oder Erwachsene - ernst zu nehmen und nicht aus falsch verstandener Zurückhaltung die vielfach berechtigten Anliegen zu verschweigen. Wenn wir diesen Mut nicht aufbringen und die Augen vor den Tatsachen aus falsch verstandener Rücksicht oder mangelndem Selbstbewusstsein verschliessen, kann sich der Nährboden für den Rechtsradikalismus entwickeln. Der Referent erläuterte, dass der Polizei in unserem Kanton rund 6 – 8 Personen aus der rechten Szene bekannt sind. Das Gespräch zu diesen Leuten werde aktiv gesucht und Vereinzelte seien dadurch auch schon freiwillig aus der Szene ausgestiegen. Im Übrigen würden Anlässe von Rechtsextremen in unserem Kanton konsequent nicht geduldet.

Die anschliessende sehr interessante und aufschlussreiche Diskussion drehte sich primär um verbale oder physische Bedrohung gegen Einheimische, die sich beispielsweise bei der Heimkehr nachts am Bahnhof unsicher fühlten. Auch gestalte sich das Verhandeln mit ausländischen Eltern schwierig, weil deren Wertvorstellungen, bedingt durch die unterschiedliche Kultur, vielfach als schwierig bis unmöglich erweise. Trotzdem rät der Referent stets das Gespräch zu suchen und ihnen unsere Regeln und Normen zu erklären. Als falsch beurteilt er, sich einschüchtern zu lassen, denn ein konsequentes und selbstbewusstes Einstehen für unsere Wertvorstellungen führe weiter als zu schweigen. Sollte es trotzdem zu Bedrohungen oder gar tätlichen Auseinandersetzungen kommen, solle in jedem Falle unverzüglich die Polizei benachrichtigt werden.

Zum Schluss der Veranstaltung stellte sich der FDP Regierungsratskandidat Peter Langenauer, Speicher den Anwesenden noch kurz vor und erläuterte seine Motivation für die Kandidatur.