Hauptversammlung, Mittwoch 19. Mai 2010, 20.00 Uhr, im Restaurant Frohe Aussicht, Geisshalde

„Ein Feuer am Brennen erhalten und nicht Asche aufbewahren“

Die FDP Waldstatt blickte an ihrer Hauptversammlung auf ein aktives und erfreuliches Jahr zurück. Die Initiative zur Wiedereinführung der Landsgemeinde lehnt sie mit einer Zweidrittelmehrheit ab. Der Beitritt zum HarmoS Konkordat wird einhellig unterstützt. Das anschliessende Referat von Denkmalpfleger Fredi Altherr zum Thema „Bauliche Erneuerung der Dorfkerne in Ausserrhoden“ stiess auf grosses Interesse. Er plädiert dafür, unsere alten Dorfkerne zeitgemäss zu erneuern, damit sie wieder im Einklang mit den heutigen Wohnbedürfnissen unserer Bevölkerung stehen. Dass diese Aufgabe kein einfaches Unterfangen ist, wurde an diesem Abend allen Anwesenden deutlich.

 

WALDSTATT. Die gut besuchte Hauptversammlung der FDP Waldstatt fasste für die bevorstehenden Volksabstimmungen die Parolen. Die Behandlung der Initiative zur Wiedereinführung der Landsgemeinde führte zu einer kleineren Diskussion mit Pro und Kontra Argumenten. In der Abstimmung votierten 12 Mitglieder für ein Nein, 2 für ein Ja und 3 Personen enthielten sich der Stimme. Die Vorlage zum Beitritt zum HarmoS Konkordat war unbestritten und wird ohne Gegenstimmen zur Annahme empfohlen.

Im Rahmen des Jahresschwerpunktes Bauen und Wohnen der FDP Waldstatt referierte Denkmalpfleger Fredi Altherr nach den statutarischen Geschäften über die bauliche Erneuerung der Dorfkerne in Ausserrhoden. Anhand von Beispielen zeigte Altherr zahlreiche Versuche der letzten 50 Jahre auf, mit einer zeitgemässen Architektur die Bauweise weiter zu entwickeln. Insbesondere die Zeitzeugen von Architekt Joh. Waldburger, Herisau beurteilt Altherr als gelungene Versuche, die Ansprüche der Fünfziger und Sechziger Jahre architektonisch umzusetzen. Auch Neubauten aus neuester Zeit wie der moderne Neubau der Raiffeisenbank in Speicher sind nach seiner Auffassung gelungene Beispiele, indem beispielsweise das Fassadenmaterial von den daneben stehenden alten Bauten übernommen wurde. Dem stehen aber auch negative Beispiele gegenüber. Er beurteilt diese Bauten als „Theaterkulissen“, die keinen Ansatz eines Fortschrittes erkennen lassen. Oder Beispiele von Bauten, die keinerlei Anlehnung an unsere traditionelle Bauweise beinhalten, d.h. sie können überall in der Schweiz stehen. Der Denkmalpfleger umriss seine Auffassung vom zeitgemässen Bauen mit dem Spruch „Ein Feuer am Brennen erhalten und nicht Asche aufbewahren“. Es sei falsch den Neubauten eine Uniform anzuziehen, sondern neue Lösungen sind zu suchen. Er plädierte für drei Spielregeln die beim Entwickeln von Neuem zu beachten sind: Mit Holz bauen, eine erkennbare Geometrie in den Fassaden und mindestens die Hälfte das Daches als Schrägdach ausgebildet (der Rest als Aussenräume für Terrassen usw.). Altherr wies darauf hin, dass zur Zeit sechs Projekte für das Bauen im Dorfkern in der Entwicklungsphase stehen. Die Resultate sollen im Spätherbst öffentlich ausgestellt und diskutiert werden. Diese Aktion läuft unter dem Regierungsprogramm Bauen und Wohnen.

Die interessanten Ausführungen zeigten auf, dass Fredi Altherr als Denkmalpfleger keineswegs nur am Bestehenden festhalten will. Er plädiert dafür, unsere alten Dorfkerne zeitgemäss zu erneuern, damit sie wieder im Einklang mit den heutigen Wohnbedürfnissen unserer Bevölkerung stehen. Dass diese Aufgabe kein einfaches Unterfangen ist, wurde an diesem Abend allen Anwesenden deutlich. Insbesondere wenn dann die Vielfalt der Einsprachemöglichkeiten auch noch ins Auge gefasst werden muss.

25.05.10/Bi